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Nach dem Krieg - ein neuer Anfang für den Moselwein

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Weinbau in Deutschland am Boden. Wirtschaftliches Arbeiten war schwierig, vor allem in den steilen Terrassen der Moselweinberge — das napoleonische Erbfolgerecht hatte sie in viel zu kleine Parzellen zersplittert; außerdem gab es kaum hochwertiges Pflanzgut.

Die Gesetzgebung reagierte: Flurbereinigung, größere Parzellen, weniger Verordnungen und die Rebproduktion unterstand nicht länger staatlicher Kontrolle.

Neue Weinberge wuchsen und die Mosel-Rieslinge wurden weltweit immer gefragter. Der Weinbau an Mosel und Saar stand vor einem großen Neubeginn. Doch vor allem eines brauchten die Winzer, um die nachgefragten Mengen liefern zu können: gesundes und ertragsstabiles Pflanzmaterial.

Nicolaus Weis, der Großvater von Nik Weis, dem heutigen Inhaber von Weis Reben, erkennt die Herausforderungen dieser Zeit: 1947 gründet er auf einer Anhöhe bei Leiwen an der Mosel die Rebschule Weis & Rules. Sein Partner Josef Rules, Absolvent der Weinbauschule Trier, weiß, wie man Qualitätsreben produziert. Reben höchster Qualität zu erzeugen, das ist von nun an das Ziel von Weis & Rules. Die züchterische Arbeit beginnt mit dem Klon 21 b — später entsteht daraus der heute weltweit bekannte Weis 21.

Weis Reben — so geht die Geschichte weiter

  • Anfang der 60er Jahre tritt Sohn Hermann Weis in die Leitung der Firma ein, erfolgreich führt er Klonzüchtung und Rebenproduktion weiter. Er verantwortet vor allem die Züchtung von Weis 17 (ab Anfang der 50er Jahre selektioniert), Weis 1 (ab 1961) und dem Müller-Thurgau-Klon Weis 210. Vier weitere Klone (82 Wm, 63 Wm, 36 Wm und Weis 2000) kauft er zu.
  • In den 70er Jahren exportiert Hermann Weis erstmals Weis-Reben ins Ausland. Er wird zum Pionier des Riesling-Weinbaus in Ontario/Kanada. Außerdem baut er zusammen mit dem Maison Bertrand in Süd-Frankreich Unterlagen-Schnittgärten auf — die höchst erfolgreiche Zusammenarbeit währt bis heute.
  • In den 80er Jahren entstehen in Kanzem auf jungfräulichem Boden eine Klonzüchtungsanlage und ein Quarantänezentrum. Ziel ist die Produktion von virusfreiem Pflanzmaterial. Das DLR Trier (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum) begleitet die Entwicklung über 20 Jahre. Wir machen erste Versuche mit Sub-Klonen.
  • In den 90er Jahren startet Weis Reben ein Projekt zur Produktion von virus– und maukefreiem Pflanzmaterial durch die Anwendung von Meristem-Kulturen. Projektleiter ist der international renommierte Phytopathologe Dr. Günter Stellmach.
  • Seit 2001 konzentriert sich Weis Reben-Geschäftsführer und Weinexperte Hermann Jostock auf alte Rebanlagen des gesamten Weinbaugebietes Mosel — Saar — Ruwer. Sein Ziel: Er sucht und sichert alte Genetik. Reben, die wir aus diesem alten Material vermehrt haben, wachsen in einer Versuchsanlage. Wir setzen uns dafür ein, Ihnen dieses Material so schnell wie möglich anbieten zu können.

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